Dass wir im Alltag andere belügen, kommt vor. Unbewusst oder mit einem Vorsatz. Diese kleinen Notlügen, mal aus Freundlichkeit ( „ Du kannst das ruhig haben, ich möchte nichts mehr.“) oder weil wir keine Lust auf etwas haben ( „Ich hab leider keine Zeit“). Wir haben sie mehr oder weniger im Auge, wissen aber vor allem, dass es sie gibt.

Doch was ist mit den Lügen uns selbst gegenüber?

„ Das Stückchen Schokolade macht jetzt auch nichts mehr.“ , „ Ich mach das später.“ , „Nur noch ein Video.“ , …

Für mich fängt es bei diesen Lügen an. Also eigentlich habe ich kein Problem mit Lügen, zumindest mit denen die das Leben vereinfachen nicht („Nein Mama, ich hab nichts getrunken“). Ich habe aber ein Problem damit, wenn wir uns selbst belügen. Denn ich bin Meisterin darin, hab da mal einen Pokal gewonnen. Aus Schokolade.

Man sollte Dinge direkt anpacken oder eben sich der Folgen bewusst sein.

Wenn ich kein Problem damit habe, Schokoladenstück um Schokoladenstück zu essen, dann nur zu. Wenn ich Dinge wirklich später erledige, sie immer noch so gut mache und genügend Zeit habe, dann ja. Ich verschiebe es auf später. Wenn ich nur noch ein Video schaue oder die Zeit habe 100 zu schauen, dann gerne. Warum nicht? Solange ich danach keine Komplikationen bekomme.

Dann belüge ich mich mit all dem aber auch nicht selbst. Weil ich die Dinge wirklich so umsetze. Oder aber verschiebe etc. und wenn ich keinen Stress dadurch habe… joa.

Mein Problem ist, dass es unbemerkt zu Weit gehen kann. Und wenn ich mit meinen Alltags-Lügen anfange, habe ich die Großen möglicherweise besser im Griff.

Ich bin gegen Katzenhaare allergisch und damit ich meine 2 Kätzchen behalten kann, musste ich sie aus meinem Schlafzimmer verbannen. Sie dürfen nicht auf mein Bett und vor allem nachts, sollten sie nicht dort sein. Trotzdem lasse ich sie immer wieder Mittags auf meinem Bett schlafen und wenn sich abends einer rein geschlichen hat, fällt es mir so schwer ihn rauszuschmeißen, dass letzte Nacht mein Kätzchen bei mir schlafen durfte. Weil ich mir gesagt habe, dass das schon nicht so schlimm ist. Schließlich schläft er ja am Fußende des Bettes. Heute morgen bin ich dann mit juckenden, verquollenen Augen und einem sehr trockenen Hals aufgewacht. Und musste eine Allergietablette nehmen. So viel dazu. Ich weiß, dass ich mich belüge, mache es aber weiterhin. Ebenso mit Laktose. Ich habe eine Intoleranz und esse trotzdem regelmäßig Pizza etc., denn „das ist ja nicht so schlimm“ und „geht schon“. Ich musste nach einem Latte Macchiato ins Krankenhaus. Ähm ja. Damals dachte ich auch „das ist ja nicht so schlimm“. Seitdem, bin ich zumindest was Laktose betrifft, vorsichtiger. Das mit den Katzen muss ich noch üben (Update: Ich schaffe es inzwischen meistens).

 

Also bitte, stellt eure kleinen Lügen selbst immer in Frage. Trägt generell zum Fortschritt bei.