Mein Entschluss gerät in´s Wanken, ich beginne zu zweifeln, wusste, dass ich mir die ganze Zeit eigentlich schon unsicher war. Ich glaube eine falsche Entscheidung getroffen zu haben und noch nicht bereit zu sein. Meine nächsten Jahre standen fast fest: Durch einen Vortrag an meiner Schule von einem großen IT-Unternehmen hatte ich mich entschlossen, dort ein Duales Studium zu beginnen. Die Bewerbung müsste bereits im März 2020 raus, anderthalb Jahre bevor ich mein Abi überhaupt habe. Nach inneren Diskussionen hatte ich mich schließlich dafür entschieden, das Angebot war zu verlockend. Sie übernehmen einen Großteil aller Kosten und zahlen ein nettes Gehalt. Meine Zukunft wäre für die nächsten 5 Jahre in Stein gemeißelt. Und irgendwie gab mir das Sicherheit. Sonntag löste es dann Angst in mir aus und ich begann mich zu fragen, ob ich das alles wirklich will. Natürlich war die Antwort “Nein”.

Antonia steht zu einer Backsteinwand gewandt. Sie schaut nach links, die linke Hand ist an die Wand gestützt. Auf der Wand sind zerfledderte Sticker mit Porträts und dem Spruch "Nenn mich Deutsch". Antonia trägt ein schwarzes Spitzenoberteil, eine weiße Strickjacke, eine braune weite Kordhose, einen waldgrünen Gürtel mit goldener Gürtelschnalle und Nietenstiefel.
Antonia steht mit dem Rücken zur Backsteinwand mit den Stickern. Sie schaut in die Kamera und hat die linke Hand an ihrer Wange.

All das passiert während einer Zugfahrt nach Hause. Und ich begann meinem Freund all die Fragen zu stellen die ich mir nur selbst beantworten kann. Kein Anderer kann dir sagen was du willst. Helfen tat es trotzdem. Wir schmissen also meine Zukunft hin (es hat sich genauso dramatisch angefühlt), ich weinte kurz und er erklärte mir, dass er mich nie so richtig im Informatik-Umfeld gesehen hatte. Denn ich bin kreativ. Sehr kreativ und ich muss das ausleben in Form von Farbe auf Leinwand oder so. Ich mag aber auch Wirtschaft. Und Psychologie. Und immer noch Informatik. Und und und.

Antonia steht auf einer Wendeltreppe und schaut an der Kamera vorbei. Sie trägt statt der Strickjacke einen hellen geöffneten Poncho.

Meine Begleitung begann mir Vorschläge zu machen: Was ist mit Produktdesigner? Innenausstatter? Möbeldesigner? Was kaufmännisches in einem Designunternehmen? 
Bis ich ihn unterbrach und ihm erklärte, dass mich das alles nicht interessierte. Überhaupt nicht. Null. Und er fand das gut. Denn zu wissen was man nicht will ist auch ein Anfang.

Antonia steht vor einem grau-weißen Backsteingebäude. Sie hat die Jacke über die Schulter geschwungen und blickt nach rechts.

Ich bin jetzt also auf einer Wirtschaftsschule, weiß nicht ob ich überhaupt etwas in dem Sektor machen möchte, mache in anderthalb Jahren mein Abi, habe zig Interessen, gute Noten und weiß nicht wohin mit mir. Und höre jetzt auf mir Druck zu machen, stattdessen bastle ich an einem Plan. Als Erstes versuche ich einen Termin bei der Studienberatung zu bekommen und möchte mit Leuten reden, die mir Einblicke verschaffen. Dann ein Praktikum im Sommer und schließlich eine Annäherung an das was ich will. Was mein Beruf sein wird. Denn ich will keinen Job, ich möchte später meine Berufung ausleben und lieben was ich tue. Und nen Haufen Geld verdienen, damit ich spenden und die Welt verbessern kann. Zumindest den Teil weiß ich, das will ich!

Eine Nahaufnahme von Antonia, welche das Oberteil, die Jacke und den Gürtel zeigt.

Look

Schwarzes Spitzenoberteil (ähnlich hier oder hier)

Strickjacke (ähnlich hier,hier oder hier)

Cordhose (ähnlich hier, hier und hier)

Grüner Gürtel (ähnlich hier, hier oder hier)

Nietenboots (ähnlich hier, hier und hier)